Hegering Winsen (Aller)
Mitglied der Jägerschaft Celle e.V.

Öffentlichkeitsarbeit

Wir freuen uns immer über kurze Berichte von unseren Mitgliedern über Aktionen aus den Revieren. Z.B. Krähenjagd, Müllsäuberungsaktionen, Baumpflanzaktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltschutz, etc.

Seminar „Erlebnis Natur- Ist doch Ehrensache“

Erstes Qualifizierungswochenende mit starker Beteiligung der Jägerschaft Celle

Grundschulkindern die Natur näherbringen, war vom 01.10. bis 02.10.2021 das Leitthema in Camp Reinsehlen in mitten der Lüneburger Heide. 20 Jägerinnen und Jäger, darunter 12 Mitglieder der Jägerschaft Celle, sowie ein Angler hatten sich in Schneverdingen in der Akademie für Naturschutz eingefunden, um gemeinsam den pädagogischen Umgang mit Kindern (Klasse 1 bis 4) zu erlernen und die erste Qualifizierung des Lehrganges zu erhalten.

Die Teilnehmer stiegen am Freitagnachmittag nach einer kurzen Vorstellungsrunde direkt in die Lehrgangsinhalte ein. Zunächst wurde jedem eines der begehrten Handbücher „Ideen für die Umweltbildung mit Kindern in Niedersachsen“ ausgehändigt und vorgestellt. Anschließend ging es direkt in die Thematik „Rechtliches und Versicherungsschutz“ über. Kursleiter Dr. Frank Corleis (SCHUBZ Umweltbildungszentrum) gab sich alle Mühe das sonst so trockene Thema, kurz und bündig zu vermitteln, ohne Müdigkeit aufkommen zu lassen. Stattdessen wurden angeregt Fragen gestellt, sodass die Zeit bis zum Abendessen wie im Fluge verging. In einem transparenten Zelt mit Blick auf die Heide wurde den Ehrenamtlern Nudeln mit Tomatensoße an Rucola gereicht.

Anschließend ging Dr. Frank Corleis unter dem Motto „So tickt Schule…“ auf das Organisatorische im Kontakt mit diesen ein. Mit Hilfe eines Rollenspiels wurde den Ehrenamtlern verdeutlicht, was in Zusammenarbeit mit Grundschulen in der Erstplanung eines Unterrichtes zu beachten ist. Vor allem der Zeitfaktor wurde beleuchtet, da Schulen in der Regel Vorlaufzeiten für Aktivitäten benötigen, um interne Abläufe in Gang zu setzen und die Elternvertreter zu kontaktieren. Hilfreich waren ebenfalls die Tipps für Fragen, welche im Rahmen der Planung an die Lehrkraft zu stellen sind. Für zukünftige eigeninitiativ geplante Unterrichte an Schulen, welche das Projekt noch nicht kennen, gab es noch Hinweise, was es mit Schulen und Lehrkräften vorweg zu besprechen gilt. Hiermit schloss der theoretische Teil, sodass die Ehrenamtler zu ihren Hotels aufbrachen und ihre Zimmer bezogen.

Nach dem Check-In trafen sich die Teilnehmer zusammen mit den Projektleitern vom SCHUBZ Dr. Frank Corleis und Sandra Harms, sowie Nadja Frerichs von der Akademie für Naturschutz, zu einem gemütlichen Beisammensein im Landhotel Schnuck, wo bei Kaltgetränken der erste Lehrgangstag noch einmal Revue passiert und die neu geknüpften Kontakte vertieft wurden. So fand der Tag einen angenehmen Abschluss.

Am nächsten Tag fanden sich die Teilnehmer nach einem reichhaltigen Frühstück wieder in der Akademie für Naturschutz ein, wo diesen die Grundlagen zur Kommunikation, sowie Methodik und Didaktik vermittelt wurden. Besonders interessant war eine Statistik, bei welcher Kindern Fragen zur Natur gestellt worden waren. Die durchschnittlichen Antworten waren erschreckend, sodass den Ehrenamtlern noch einmal verdeutlicht wurde, wie wichtig die Weitergabe von Wissen an die Jüngsten ist.

Schnell ging es in den freudig erwarteten praktischen Teil über, in welchem es galt, Aktionen kennenzulernen, welche man mit den Kindern im Rahmen eines Naturunterrichtes durchführen kann. Hierbei erprobten die Ehrenamtlichen einige Spiele und schlüpften so für einige Zeit in die Haut der Grundschüler oder des Lehrers. So erhielt man erste Einblicke in den Umfang eines Unterrichtes, hilfreiche Tipps für die Umsetzung der Aktivitäten und wertvolle Rückmeldungen durch die anderen Kursteilnehmer.

Den Abschluss fand der Tag in der Planung des ersten Schulunterrichtes in Partnerschulen der Akademie für Naturschutz, welcher gemeinsam durch zwei Teilnehmer des Seminars unter der Betreuung durch Nadja Frerichs und ihrer Kollegin Kathi Lohrie geplant und im November durchgeführt wird.

Erst nach dem zweiten Qualifizierungstag im Februar und nach Besprechung des ersten Unterrichtes werden die Ehrenamtler nächstes Jahr Schulen in ihrer näheren Umgebung aufsuchen, um Klassen für das Projekt zu gewinnen und Grundschülern ihre naturreiche Umgebung näher zu bringen. So soll in Zukunft eine enge Kooperation zwischen der Jägerschaft und den örtlichen Grundschulen entstehen, um Grundschüler für das Thema Natur zu begeistern und auf weite Sicht nachwuchsfördernd tätig werden zu können.

Durch die starke Beteiligung der Jägerschaft Celle können mehr Schulen und Kinder im Gebiet des Landkreises Celle erreicht und im Umgang mit Feld und Flur geschult werden.

Den Abschluss des Seminars wird nächstes Jahr im Mai das Vernetzungstreffen bilden, auf welchem sämtliche Teilnehmer der bisherigen Seminare und des diesjährigen geladen werden, um sich untereinander kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. An diesem Wochenende werden dann den Teilnehmern des Jahrgangs 2021/2022 die Zertifikate und somit die Qualifizierung zum Umgang mit dem Entdeckermobil ausgehändigt.  

Das Projekt „Erlebnis Natur“ ist eine Initiative der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. und wurde gemeinsam mit den beiden Projektpartnern Anglerverband Niedersachsen e.V. und Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. ins Leben gerufen. Die Projektleitung hat das SCHUBZ Umweltbildungszentrum Lüneburg übernommen. Gesponsert wird das Seminar durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Dadurch ist die Qualifizierung für die Teilnehmer kostenfrei. (Birgit Birner und Carolin Grötzner)

Naturschutz

So viele Nutria erlegt wie nie zuvor

Am Sonntag, den 4.7.2021, hat Naturschutz-Obmann Hansi Fritzler die erfolgreichen Nutriajäger des Hegerings Winsen bei sich begrüßen können.  Während im Vorjahr 110 Nutria erlegt wurden, waren es in diesem Jahr 336 Tiere. Somit hat sich die Jahresstrecke im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Die größte Strecke mit 94 Nutria erzielte dabei ein Jäger aus Meißendorf. „Solche großen Strecken sind nur mit intensiver Fallenjagd zu erreichen“, betont Fritzler.

Die Nutria (auch Sumpfbiber oder Biberratte) stammen ursprünglich aus Südamerika. Seit den 1930er Jahren gibt es in Deutschland auch eine wildlebende Nutria-Population, die ursprünglich aus Pelzfarmen entkommen war. Die  jährliche Vermehrungsrate der Wassernager ist mit drei Würfen zu je sechs bis acht Jungtieren sehr hoch. Die ganzjährige Bejagung dieses invasiven Neozoon ist dringend notwendig, da Nutria massiven Schaden an Uferböschungen und Deichen verursachen. Auch zerstören sie Weideflächen, so dass  Kühe in Löchern steckenbleiben und sich verletzen können.  Strenge Winter, die den Bestand reduzieren, sind in den vergangen Jahren ausgeblieben.

Fritzler weist ausdrücklich darauf hin, dass zudem nicht nur die Felle der Nutria genutzt werden sondern auch das Nutriafleisch eine Delikatesse ist. Eine Trichinenschau ist nicht notwendig.  

Der nächste Termin für die Abgabe der Nutriaschwänze wird in 2022 im Rahmen eines geselligen Erfahrungsaustausches stattfinden, bei dem auch interessierte Jäger willkommen sind, die bisher noch keine Nutria erlegt haben. (BB)


Goldschakal in Winsen (Aller) überfahren.

Was für den Laien wie ein Wolf aussah ist ein Goldschakal. Auch die Polizei ging am 05.07.21 davon aus, dass es sich um einen Jungwolf handeln könnte, der im OT Meißendorf angefahren und getötet wurde. Aufgrund der Annahme eines getöteten Jungwolfes wurde Wolfsberater Volkhard Pohlmann verständigt und am Unfallort erkannte der Wolfsberater ein ihm bekanntes Tier. Der Goldschakal war im Frühjahr mehrfach auf Wildkameras festgehalten worden. Pohlmann wurde seinerzeit gebeten, Nachweise von einem vermeintlichen Wolf, der sich als Goldschakal herausstellte, zu liefern. Seit mehreren Jahren breitet sich der ursprünglich aus Südosteuropa und Asien stammende Goldschakal (Canis aureus) nach Norden aus. Im Jahr 2015 hat es den ersten Nachweis dieses Neuankömmlings in Niedersachsen gegeben. „Im Jahr 2020 konnte bei Hannover das erste weibliche Exemplar dieser Art in Deutschland nachgewiesen werden - inzwischen liegen mehre Nachweise für Niedersachsen vor. Der Mesoprädator, welcher sich größentechnisch zwischen Fuchs und Wolf einordnet, ist mittlerweile in vielen Regionen außerhalb seinen ursprünglichen Verbreitungsgebiets heimisch. Das Auftreten und Vorkommen von Goldschakalen bleibt oftmals unerkannt, einerseits werden sie gerne mit Füchsen oder Wölfen verwechselt und andererseits fehlt vielerorts noch die öffentliche Wahrnehmung, dass zu jeder Zeit an jedem Ort mit dem Auftreten des Zuwanderers zu rechnen ist. Um das öffentliche Bewusstsein zu diesem Thema zu steigern, haben wir die Unterseite "Goldschakal" erstellt, hier kann die aktuelle Verteilung der bislang erfolgten Nachweise eingesehen werden schreibt die LJN auf seiner Internetseite. „ Analog zum Wolf, will die Landesjägerschaft Niedersachsen die Entwicklung des Goldschakals möglichst realistisch nachvollziehen können. Diesbezüglich wird um eine Meldung von Hinweisen zu Goldschakalen über das Meldeformular des Wolfsmonitorings, bzw. die Smartphone-App Wolfsmeldungen Niedersachsen gebeten. Dr. Egbert Strauß liess den Goldschakal für das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover für Forschungszwecke abholen. Das Tier wird in der nächsten Zeit nach einem Standardprogramm obduziert und bei besonderen Auffälligkeiten weiter untersucht. Wenn der Zustand des Kadavers es zulässt, soll er für die wissenschaftliche Ausbildung am ITAW / TiHo präpariert werden. (Text und Fotos: Anne Friesenborg)